Klosterführer (10)

Friedensbrunnen

BildIn einem kleinen Hain am Nordrand des Kirchplatzes liegt der Friedensbrunnen, ein Geschenk des französischen Bildhauers Gérard Ambroselli (1991). Die Anlage aus roten Sandstein erinnert an die hl. Ottilia und ihre elsässische Heimat als Brücke zwischen den einst verfeindeten Ländern Deutschland und Frankreich. Monumentalskulpuren des auferstandenen Erlösers, des hl. Benedikt und der hl. Ottilia werden durch einen Reliefbogen verbunden, der ordens- und kongregationsgeschichtliche Motive mit den Traditionen des christlichen Abendlandes verbindet. Ein lateinisches Schriftband nennt das Thema: »Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen guten Willens.« Dargestellt sind unter anderem die Petersbasilika in Rom, die Wallfahrtsorte Santiago und Mont-Saint-Michel, Montecassino als Stammhaus des Ordens, die missionsbenediktinischen Klöster Digos, Fiecht, Güigüe, Nairobi und Münsterschwarzach, das Kloster auf dem Odilienberg im Elsaß, Notre-Dame von Paris, das Straßburger Münster, der Münchener Liebfrauendom. Verschiedene Schwestern- und Mönchsfiguren lassen unter anderen den Gründer St. Ottiliens P. Andreas Amrhein, die Heiligen Benedikt und Ottilia sowie Erzabt Notker Wolf erkennen. Der gute Hirte, die Muttergottes und Papst Johannes Paul II. vervollkommnen das Panorama.

Missionsmuseum

BildSt. Ottilien ist das älteste Missionshaus in Deutschland. Von dort brechen 1887 die ersten Mönche und Schwestern nach Ostafrika auf. Die Gegenstände, die sie zurücksenden, dienen zunächst zur Ausbildung der nachrückenden Missionskräfte, die mit der Lebensweise der Völker in den Missionsgebieten vertraut gemacht werden sollen. Bald wird es auch für die breitere Öffentlichkeit gehöffnet. Die präparierten Tiere aus Ostafrika sind eine Attraktion auch für junge Besucher. Erste Planungen für einen eigenen Museumstrakt gab es schon 1897. Beim Klosterneubau von 1911 werden die jetzigen Räume als Museum errichtet in einem Jugendstilbau, der an die Klosterkirche südlich anschließt. Das Museum ist zunächst ganz Afrika gewidmet. Nach dem Erwerb umfangreicher koreanischer Sammlungen durch Erzabt Norbert Weber in den Zwanziger-Jahren wird es durch eine Asienabteilung ergänzt. In den folgenden Jahrzehnten werden die Sammlungen gepflegt und gelegentlich erweitert. In den Jahren 2011-2015 wird das Museum umfassend saniert. Betont wird nun der missionarische Charakter der Sammlungen, die um eine Dokumentation zum Leben der Missionare erweitert werden.

Das Museum ist täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet; der Eintritt ist frei. Ein kleiner Führer beschreibt die sehenswerten Sammlungen.

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