Konzert

„Jauchzet Gott in allen Landen …“ Virtuose Barockmusik für Sopran, Trompete und Orgel

Cäcilia Tabellion (Sopran) Anian Schwab (Trompete) Martin Focke (Orgel) Eine der bekanntesten Kantaten J.S.Bachs ist die Nr.51 „Jauchzet Gott in allen Landen…..“ Kurioserweise hört man sie heute ausschließlich in einer Besetzung, wie sie der Schöpfer dieses Werkes nie gehört hat. Wäre eine Orgelbegleitung immerhin noch vorstellbar gewesen, hätte in der damaligen Zeit eine Frau nicht in der Kirche singen dürfen. Der junge Bach bekam bereits 1705 Probleme und einen schriftlich überlieferten Rüffel von seinen Vorgesetzten im thüringischen Arnstadt, weil er „eine frembde Jungfer“ (später seine erste Frau Maria Barbara) privat in der Kirche singen liess. Im bürgerlichen Hamburg war das zwar schon vor 1720 möglich. Man weiss aber nicht, ob es die berühmte Ausnahme war ? Nach Bachs Tod galten diese Einschränkungen nicht mehr. Als Constanze Mozart in Salzburg 1783 eine der Sopranpartien der c-moll-Messe in St.Peter sang, war das schon längst zum „Normalfall“ geworden. In zweiter Ehe war Bach immerhin mit einer Berufssängerin verheiratet, aber Anna Magdalena durfte ausschließlich an fürstlichen Höfen oder im privaten Rahmen singen. Im damaligen Leipzig in der Kirche – unmöglich. Also sang das, was wir heute von einem Sopran zu hören gewohnt sind, eine Knabenstimme. Im Falle der heutigen Kantate nimmt man an, daß Carl Philipp Emanuel Bach, der zweite Sohn der Maria Barbara, der Solist der ersten Aufführungen (also vor 1730) war. Wir sind recht gut informiert über die Ausbildung der Bach-Söhne und ab welchem Jahr sie musikalisch wofür einsetzbar waren, auch. War im damaligen Deutschland die Trompete ausschließlich als Symbol des Herrschers (und wurde von den Komponisten ganz selbstverständlich auch so eingesetzt), begann sich mit dem beginnenden Konzertleben in London ab ca. 1720 die Trompete zu „emanzipieren.“ In der bekannten Bass-Arie aus dem „Messias“ („Es schallt die Trompet….“) ist sie durch den Text vorgegeben. In anderen textgebundenen Werken Händels kommt die Trompete als Soloinstrument relativ selten vor. Die im heutigen Programm als Abschluss erklingende Arie erklingt im Oratorium „Samson“ am Schluss. Nun ist dieses Oratorium keines von den unbekannten Werken Händels, aber einen großen Popularitätsschub bekam diese Arie, als sie im Sommer 1981 bei der Trauung von Prinzessin Diana und Prinz Charles erklang und durch die übertragenden Medien sozusagen weltweit bekannt wurde. Bachs „Jauchzet Gott in allen Landen“ korrespondiert mit den bei Händel beschworenen „Cherubin und Seraphim“. Eine Orgelversion des Schlusschores aus „Samson“ setzt den Schlusspunkt im Konzert.

http://cäcilia-tabellion.de/

Veranstaltungsdatum
17.02.2019 - 15:30