Kantate „Es steh Gott auf“

Die Kantate „Es steh Gott auf“ ist für das Osterfest bestimmt. Als unmittelbare Textvorlage Kuhnaus ist eine bislang wenig beachtete Dichtung von Christian Weise (1642 bis 17.08) auszumachen. Weise stammte aus Zittau und studierte in Leipzig Theologie und kehrte 1678, nachdem ihn verschiedene Tätigkeiten nach Halle, Ampfurth (bei Magdeburg) und Weißenfels geführt hatten, in seine Heimatstadt zurück. Dort wurde ihm das Amt des Rektors am Gymnasium und die Leitung der dortigen Ratsbibliothek übertragen. Johann Kuhnau ist 1680 selbst an das Zittauer Gymnasium gekommen. Er verbrachte dort zwei Jahre in unmittelbarer Umgebung Weises und stand mit diesem nachweislich in engem Kontakt. Die Entstehungszeit der Kantate kann nicht exakt ermittelt werden. Sie lässt sich jedoch aufgrund einiger Indizien zeitlich eingrenzen. Wichtige Indikatoren sind das Datum der Drucklegung der Textvorlage im Jahr 1682 sowie das auf dem Titelblatt der Kantate vermerkte früheste Aufführungsdatum in Grimma im Jahr 1703. Zwar ist Kuhnaus Aufenthalt in Leipzig ab 1682 und seine Tätigkeit als Thomasorganist ab 1684 belegt, ein Beweis für einen eigenen kirchenmusikalischen Beitrag aus dieser frühen Zeit findet sich jedoch nicht. Deshalb erscheint eine Datierung der Kantate in die früheste Zeit als Thomaskantor als spekulativ. Gleichwohl erscheint das Entstehen der Komposition in Zittau als durchaus möglich.

Veranstaltungsdatum
22.04.2019 - 15:30