„Comoedia de Christi Resurrectione“ von Carl Orff

OsterspielottiliAcappella Leitung: Barbara Kling

»Des is an Aufwachn ringsum im Land, ringsumadum.« (Vorfrühlingsmonolog des Wachsoldaten) Den Anstoß für das Osterspiel gab Orffs weitverbreitete ›Weihnachtsgeschichte‹ (Musik: Gunild Keetman), die im Rahmen des Orff-Schulwerks für den Schulfunk des Bayerischen Rundfunks geschrieben und 1948 zum ersten Mal gesendet wurde. So erhielt Orff vom Rundfunk den Auftrag für ein Osterspiel als Fernsehproduktion. Bühnenuraufführung: 21. April 1957 in Stuttgart (Deutschland) – Dirigent: Hans Mende – Regie: Wieland Wagner – Bühnenbild: Wieland Wagner Am Grabe Christi beklagen Frauen den Toten. Eine geheimnisvolle irdische Stimme spricht ihnen Hoffnung zu, ein Engelschor gemahnt an die Grabesruhe. Sechs Soldaten halten nachts bei der Begräbnisstätte Wacht, ausgehorcht vom Teufel, der auf der Grabplatte lauert. Die Männer schwatzen übers Wetter, schwadronieren über Gott und die Welt und sprechen nicht zuletzt über den Verstorbenen: Die hiesige Ordnung hat er ganz schön durcheinandergewirbelt! Ging da nicht sogar die Rede, er werde nach drei Tagen von den Toten auferstehen? Und überhaupt: Wer ist eigentlich dieser spendable Geschwänzte, der auf dem Grab hockt und anscheinend schläft? Ein Trauernder? Und warum werden sie auf einmal so müde? Da sich das Heilige der Darstellung entzieht und der »naive« Auftritt der Gestalten der Heilsgeschichte auf der Bühne des Musiktheaters Orff nicht mehr möglich erschien, wählte er das dramaturgische Prinzip der Spiegelung. Die Grabwächter sind keine Akteure, sondern Kommentatoren. Sie sprechen keinen Dialekt, sondern die von Orff für ›Die Bernauerin‹ (1947) geschaffene, dann aber zum Medium seines »Welttheaters« erklärte Kunstsprache des Orff-Bairischen. Das Osterspiel bildet mit dem Weihnachtsspiel (am 13.01.2019 in St. Ottilien) ein Diptychon. Wie ein zweiseitiger Flügelaltar werden Weihnachts- und Ostermysterium einander gegenübergestellt. Einstimmend auf die Lesung des Osterspiels interpretiert der Chor ottiliAcappella österliche Lieder aus dem Orff-Schulwerk.

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Veranstaltungsdatum
28.04.2019 - 15:30
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