Festmusik an Mariä Himmelfahrt

KonzertWerke von G.F.Stölzel, J.S.Bach, G.F.Händel und P.Franceschini Anian Schwab & Andreas Heiss (Trompeten) Martin Focke (Orgel)

Die heute immens beliebte Kombination Trompete und Orgel lässt kaum vermuten, dass es sich um eine relativ neue „Erfindung“ handelt. Sie fand erst vor ca. 50-60 Jahren Eingang in unser Konzertleben. Dank emsiger Bearbeiter, die auf ständiger Suche nach geeigneten Werken sind, die man auch auf der Trompete spielen könnte, gibt es inzwischen eine kaum noch zu übersehende Menge von Stücken für diese Besetzung. In der Musik des Barock war die Trompete schlechthin DAS Instrument, dass den Herrgott bzw. die Dreieinigkeit oder den weltlichen Herrscher symbolisierte. In der Musik von Bach gibt es ein einziges Werk, dass sich dem nicht einordnen lässt: das 2.Brandenburgische Konzert. 2 von den 4 Orchestersuiten sind mit Trompeten, aber diese Werke zählen noch zur „höfischen Musik.“ In der Musik der Bachzeit gibt es freilich Übergänge. Zum Beispiel der große Komplex der Instrumentalmusik, also keine Text-gebundene Musik. Ein Zeitgenosse Bachs war Stölzel, ein heute kaum mehr bekannter Komponist. Der Ruhm Stölzels überstrahlte zu seinen Lebzeiten gar den von Bach! Aus dem Erzgebirgestammend, erhielt Stölzel sozusagen den „letzten Schliff“ in Italien und war persönlich mit Vivaldi und dessen Umkreis bekannt. Er war ein fleißiger Komponist, dessen Werke von Bach sehr geschätzt wurden, der nachweisbar als Leipziger Thomaskantor Werke von Stölzel aufgeführt hat und auch persönlich mit Stölzel bekannt war. Ob das Konzert für 2 Trompeten, mit dem wir unser heutiges Konzert beginnen, wirklich für 2 Trompeten komponiert wurde, ist nicht mehr feststellbar. Die 4 Choralbearbeitungen von Bach sind nach dem Modell der „Schübler-Choräle“ gestaltet, also Sätze aus Kantaten, die Bach der Veröffentlichung für Wert hielt, bearbeitet und stammen aus der Gegenwart. In der Instrumentalmusik Händels spielt die Trompete an sich keine wesentliche Rolle. Ausgenommen natürlich die Musik, die für den englischen Hof komponiert wurde. Die zu Händels Lebzeiten schon sehr populäre „Wassermusik“ (geschrieben für einen Bootsausflug des Hofes auf der Themse) hat ein geschäftstüchtiger Verleger in etlichen Bearbeitungen veröffentlicht, die nicht immer die Zustimmung des Komponisten fanden. Händel war in diesen Dingen häufig etwas nachlässig. Aber die im heutigen Konzert zu hörenden Stücke sind im Original mit Trompeten besetzt und die Reihenfolge der Sätze entspricht der des Komponisten.

 

Veranstaltungsdatum
15.08.2019 - 15:30