Festliche Musik an Fronleichnam

Chormusik für 4 bis 12 Stimmen
in 1 bis 3 Chören
Lassus-Chor München
Andrea Fessmann – Leitung
Im österlichen Festkreis feiern wir das große Geschenk
Gottes, das er in seiner bedingungslosen Liebe uns und der
ganzen Welt in die Hand gegeben hat.
Der Mensch gewordene Gottes-Sohn – unser Erlöser und
Herr Jesus Christus – er hat die Pforte – aus dem „Leben im
Hier und Jetzt“ zum „Leben in Ewigkeit“ – aufgestoßen. Und er
tat dies durch seinen Tod und in seiner Auferstehung.
Jesus Christus offenbart sich uns als der Weg, die Wahrheit
und das Leben und er ruft uns in seine Nachfolge, auf seinem
Weg mitzugehen und sich ihm anzunähern. In die Daseinsweise
Gottes hinein.
So gesehen hat das Fronleichnamsfest „Hochfest des Leibes
und Blutes Christi“ die Bedeutung, das im Osterfestkreis
ausgefaltete Heilsgeschehen Gottes noch einmal wie in einem
Brennglas gesammelt, um es als Lichtquelle für den weiteren
Verlauf des Kirchenjahres auf einen Leuchter zu stellen.
„Fron-Leichnam“ heißt „Herren-Leib“. Wir feiern, dass
Christus selbst in Gestalt von Brot und Wein bei uns ist – sichtbar,
schmeckbar und fühlbar. Aber gerade diese Erfahrbarkeit
macht uns auch Schwierigkeiten. Denn wir sehen ja nicht dem
Menschen Jesus, sondern Brot und Wein. „Augen, Mund und
Hände täuschen sich in Dir, doch des Wortes Botschaft offenbart
dich mir“, hat Thomas von Aquin gedichtet.
Worte, welche die Welt bewegen: Jesus sagte zu den Zwölfen
am Abend vor seinem Leiden beim Mahl: „Da, mein Leib, für
euch gegeben“ und „Tut dies mir zum Gedächtnis“.
Seitdem ist das gebrochene und geteilte Brot leibhaftiges
Zeichen des Bundes. Seitdem feiern wir Christen Eucharistie
als Mitte und Herzstück unseres Gottesdienstes.
Festhalten an der Lehre der Apostel – an gemeinschaftlichen
Lebensformen, die auch die Fragen von Mein und Dein
berühren – am Brotbrechen, an den Gebeten. So festigen sich
die Eckpfeiler eines Hauses, das christliches Leben beherbergt.
Wie selbstverständlich geht der Evangelist Lukas vom Beten der
Gläubigen in der allen gemeinsamen Synagoge und vom Eucharistiefeiern
in der Häusern aus. Christus bricht mit uns das
Brot, um uns in Dankbarkeit und Offenheit der gemeinsamen
Ursprünge zu erinnern.
Ihm zum Gedächtnis bedeutet nicht nur Erinnerung an
das historische Ereignis, sondern auch, dass wir das Wort Jesu
und sein Sakrament in unser Heute bringen. Wir loben und
preisen den, der durch seinen Tod uns das Leben schenkt. Auf
dass wir ihn im Sakrament mit den Vielen teilen: das Brot mit
den Hungrigen, das Kleid mit den Nackten, die Freude mit den
Trauernden, den Glauben mit dem, der keine Hoffnung hat.

Veranstaltungsdatum
06.06.2021 - 15:30