Die Oblatengemeinschaft der Erzabtei St. Ottilien

BenediktEinladung

Die Oblatengemeinschaft von St. Ottilien lädt ein: "Dem Glauben eine Heimat geben": Freude am Glauben zu finden, Gott tiefer zu erfahren, geschwisterliches Miteinander zu pflegen, um es am Ort des Lebens zu verwirklichen. Falls Sie die Gemeinschaft kennenlernen wollen, freuen wir uns auf einen Besuch an einem der angebenen Sonntage. Eine Anmeldung ist dabei nicht erforderlich.

Termine für die Oblatengemeinschaft der Erzabtei St. Ottilien im Jahr 2019

13.01., 10.02., 14.04., 23.06., 14.07. (Benediktusfest), 15.09., 13.10., 10.11, 08.12.

Verlauf der Einkehrtage:

09.15 Uhr Konventamt in der Klosterkirche
11.00 Uhr geistlicher Vortrag im Exerzitienhaus
12.00 Uhr Teilnahme am Mittagsgebet der Mönche
12.30 Uhr gemeinsames Mittagessen im Exerzitienhaus.

Nach dem Essen austauschendes und informatives Gespräch in der Gruppe mit spirituellem Abschluss. Anschließend gemütliches Zusammen-sein bei Kaffee und Kuchen. Als Kosten wird eine Spende erbeten. (Keine Anmeldung erforderlich)

Oblatenwochenende 10.5. - 12.05.

Das Oblatenwochenende dient der Pflege der Gemeinschaft und kultureller Information. Wir werden in diesem Jahr eine eintägige zum Fahrt Benediktinerinnenkloster Kellenried in Oberschwaben unternehmen und die ehemalige Benedik-tinerklosterkirche in Isny besichtigen.

Exerzitien 06.03. – 10.03.

Die Exerzitien finden in Schweigen mit Vorträgen, Eucharistiefeier und Teilnahme am Chorgebet der Mönche statt. Sie beginnen am Abend des erstgenannten Tages um 17.00 Uhr und enden mit dem Mittagessen des letztgenannten Tages.
Interessenten sind bei den Veranstaltungen herzlich willkommen, um benediktinisches Gedankengut kennen-zulernen.
(Anmeldung erforderlich)

 

Weitere Informationen

P. Claudius Bals OSB Erzabtei 1, 86941 St. Ottilien Tel.: 08193/71299, Email: claudius@ottilien.de

 

Hinführung zum benediktinischen Oblatentum

Oblate – ein Weg, die Liebe Gottes zu ergründen

Der Name Oblate kommt von dem lateinischen Wort „oblatus“, d. h. der "Hingegebene, der Dargebrachte, der Geopferte" Zur Zeit des hl. Benedikt hat man bereits Kinder dem Kloster übergeben. Das war nichts Außergewöhnliches, ähnlich wie früher in Ordensinternaten. Das Wort "der Geopferte" hat bis in unsere Zeit herauf in die allgemein gelehrte Sühnetheologie gepasst. Jesus hat für unsere Sünden am Kreuz gesühnt und sein Leben für die gefallene Menschheit dargebracht, um Gott damit zu versöhnen. Seit dem II. Vatikanum hat sich in unserer Kirche ein Umdenken von dieser hierarchisch begründeten Theologie zu einer mystischen Gotteserfahrung vollzogen. Diese mystische Form der Gotteserfahrung war in der Kirche auch schon immer gegenwärtig. Gott musste nicht versöhnt werden, sondern hat Versöhnung geschenkt. Gott hat sich als reine, absolute, in allem und jedem anwesende und zugleich alles übersteigende Liebe am Kreuz geoffenbart. In Jesu Tod am Kreuz wird alles Leid zu Gott aufgerichtet und jedes Böse in der Liebe überwunden. Diese Wahrheit zu erfassen und Gottes Liebe im Geiste des hl. Benedikt zu ergründen und darin zu reifen, ist heute die religiöse Orientierung eines Benediktineroblaten. Auf diesem Weg kann dem Oblaten heute in Anbindung an ein Kloster dieses zur religiösen Heimat werden, ihm ein geistliches Zuhause bieten.

Sehnsucht nach Leben - die Quelle des Gebetes

Sehnsucht ist die leidenschaftliche Kraft, zur vollen Sättigung unserer Gefühle zu gelangen. Sie ist kein Betrug an unseren Gefühlen, sondern zeigt sich im unstillbaren Verlangen, über den Horizont unseres Lebens zu blicken, was immer wir ahnen und ersehnen, auch zu erreichen und für uns erfahrbar zu machen. Die Sehnsucht ist weder ein Traum noch ein Gotteswahn, weder Einbildung noch Illusion. Sie gehört zur Grundsubstanz unserer Seele, weil diese göttlicher Natur ist. Die Sehnsucht füllt die drängende Spannung zwischen der Wirklichkeit des Daseins und dem Wunsch nach seiner Vollendung aus. Sie schlägt den Bogen zwischen dem Augenblick und dem Zeitlosen, zwischen dem Irdischen und dem Jenseitigen, zwischen dem Verkosten und und der Erfüllung. In der Sehnsucht bricht Gottes Gegenwart durch und ruft den Menschen zum Glauben, dass in ihm, Gott, die Erfüllung, auch des ganz und gar Unvorstellbaren, stattfinden kann und wird. In der Gemeinschaft der Oblaten sollen die Mitglieder zu den Wurzeln des „Ora“ des benediktinischen Mönchtums geführt werden. Sie mögen erfahren dürfen, dass jede Gottesberührung zunächst eine tiefe Freude auslöst, dazu Kraft spendet und zu einer leidenschaftlichen Hoffnung führt, dass jede Begeisterung am Schönen, jede tiefere Erkenntnis der Wahrheit und jeder Tropfen Liebe, jetzt schon in Gott ruht und in ihm durch Leid und Sterblichkeit hindurch die Vollendung finden wird.

Der glühende Kern

Der glühende Kern jeder christlichen Gemeinschaftserfahrung ist die Eucharistiefeier. Ob ein feierlicher Gottesdienst oder eine einfache Tischmesse, immer wird jedem Teilnehmer der versammelten Gemeinschaft die absolute Liebe Gottes zugesagt. Jeder Anwesende feiert die Liebe Gottes unter Leitung des Priesters und hat so Teilnahme an der Vergegenwärtigung der Liebe Gottes unter den Gestalten von Brot und Wein. Darin liegt die Begründung einer feierlichen Gestaltung der Eucharistie, wie sie gerade in der benediktinischen Liturgie gepflegt wird. Die persönliche Verinnerlichung der Liebe Gottes und ihre Öffnung zum Menschen und zu Gottes Schöpfung bestimmt die Tiefe und Ernsthaftigkeit der Teilnahme. In dieser geistigen Grundhaltung wird benediktinisches Leben von der gesamten Liturgie geordnet und umrahmt. An unsere Gäste ergeht die Einladung, an der Liturgie teilzunehmen, sich auf das Wagnis und den Weg der göttlichen Liebe einzulassen und ihr eine lebensnahe Antwort zu geben.

Sehnsucht nach Gemeinschaft - miteinander wachsen

Ein regelmäßiges Treffen der Oblaten, einmal an einem Sonntag im Monat, zeigt die Verbundenheit mit dem Kloster und untereinander. Die Mitfeier der klösterlichen Liturgie, eine Ermutigung aus der Heiligen Schrift und der Regel des hl. Benedikt durch den Oblatenrektor und ein gemeinsamer Austausch gehören zu den Elementen der Tage. Dazu gehört das Angebot von Exerzitien einmal im Jahr und ein Besinnungswochenende. Verständnisvolle Gemeinschaftserfahrung, gegenseitige Achtsamkeit und Hilfe, gerade mit den Schwächeren und Kranken, verbleibende Verbundenheit mit jenen, die es aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr schaffen, die Gemeinschaft aufzusuchen, gehören zu den Früchten einer aufrichtigen Nächstenliebe der Mitglieder. Im geschwisterlichen Umgang zeigt sich die Tiefe und Wahrheit unserer Gotteserfahrung. So werden wir den vielfältigen Anweisungen des hl. Benedikt in seiner Regel zur Mitbrüderlichkeit gerecht. Darin liegt das Wachsen und Reifen unseres Menschseins, letztlich unserer Gottebenbildlichkeit. Darüber hinaus gilt es auch, den caritativen Einsatz zu pflegen: Projekte im Kloster selbst und in den Missionsgebieten zu unterstützen oder, wo aktuelle Not es verlangt, Hilfe zu leisten. Die Erfahrungen in der Gemeinschaft sollen eine erfrischende Quelle für das Engagement vor Ort in der Familie, Pfarrei und der Gesellschaft werden.