Klosterbibliothek

KlosterbibliothekDie Bibliothek der Erzabtei Sankt Ottilien wurde 1884 in der ehemaligen Benediktinerabtei Reichenbach eingerichtet und bereits 1887 nach Sankt Ottilien verlegt. Heute umfasst sie mehr als 200.000 Bände mit den Schwerpunkten Theologie, christliche Philosophie, Spiritualität und Missionswissenschaft. Von 1912 bis 1960 diente die Bibliothek zugleich als Studienbibliothek der Philosophischen Hochschule Sankt Ottilien. In dieser Zeit wurde der Bestand insbesondere durch wissenschaftliche Werke erheblich erweitert.

Auch bewegte Zeiten prägten ihre Geschichte: Während der Klosterauflösung im Jahr 1941 unter dem Nationalsozialismus erlitt die Bibliothek Verluste. In beiden Weltkriegen wurde der Bibliothekssaal zeitweise als Schlafsaal für Patienten des Kriegslazaretts genutzt. Untergebracht ist die Bibliothek im Südtrakt des 1911 errichteten Klostergebäudes. Der heutige Bibliothekssaal wurde zwischen 1995 und 1998 unter der künstlerischen Leitung von Franz Bernhard Weisshaar in Zusammenarbeit mit dem Bibliothekar P. Tobias Merkt, den Mitbrüdern und angestellten Handwerkern der Klosterwerkstätten umfassend renoviert. Bereits zuvor war die Bibliothek mehrfach erweitert worden, zuerst 1949, dann 1970 durch die Einbeziehung der darüberliegenden, ehemaligen Schlafsäle und 1995/1996 durch Erschließung des früheren Kornspeichers.

Die Bibliothek dient in erster Linie den Mönchen der Erzabtei. Eine Nutzung durch externe Interessierte ist nach vorheriger Absprache möglich.

 

Tischlesungen

KlosterbibliothekEin fester Bestandteil des klösterlichen Lebens ist die Tischlesung. Getreu der Regel des heiligen Benedikt – „Beim Tisch der Brüder darf die Lesung nicht fehlen“ – werden die Mahlzeiten in Stille eingenommen. Währenddessen liest der Tischleser mittags zunächst einen Abschnitt aus der Heiligen Schrift, abends das tägliche Kapitel der Klosterregel sowie die Gedenktage der verstorbenen Mitbrüder der Kongregation und die Namenstage. Im Anschluss folgt eine weitere Lesung aus einem Buch: Zu den christlichen Hochfesten ein geistliches Werk, außerhalb der Festzeiten eher „nichts Frommes“, wie Bibliothekar P. Tobias Merkt es formuliert – meist etwas, das einen Bezug zum aktuellen Zeitgeschehen hat.

Tischlesungen 2026

Patriot: Meine Geschichte

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Alexej Nawalny
2024
Franz von Assisi: Ein radikales Leben neu erzählt.

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Markus Hofer
2026
Couchsurfing im Iran: Meine Reise hinter verschlossenen Türen

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Stephan Orth
2015
Die Mozarts: Geschichte einer Familie.

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Michael Lemster
2019
Lasst Euch mit Gott versöhnen: Mit dem Heiligen Vater durch die Fastenzeit.

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Papst Benedikt XVI.
2011
Everest: Die Geschichte seiner Erkundung.

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Stephen Venables (Hrsg.)
2007