Benediktineroblaten

Höre (Prol. 1)

Mit diesem Wort beginnt der hl. Benedikt seine Regel, die im Wandel der Zeiten bis heute ihre Lebenskraft bewahrt hat und immer wieder Menschen in ihren Bann zieht. Viele Christen innerhalb und außerhalb der Klöster finden in ihr Orientierung und Hilfe auf ihrem Weg zu Gott - "unter der Führung des Evangeliums." (Prol. 21)

Wahrhaft Gott suchen (RB 58,7)

Christen, die mitten in der Welt im Geist der Benediktsregel leben wollen, haben die Möglichkeit sich als Benediktiner-Oblate/Oblatin einem Kloster des Ordens anzuschließen. Als Grundvoraussetzung wird vom Oblaten erwartet, daß er bereit ist, in allen Dingen wahrhaft Gott zu suchen" /RB 58k7), d.h. daß er überall und in jeder Lage Gott auf der Spur bleiben muß. Er verlangt danach, ein hörender Mensch zu werden, um in allen Geschehnissen des täglichen Lebens das einladende und einfordernde Wort Gottes vernehmen zu können und sich im Gehorsam daran zu binden.

Dem Gottesdienst soll nichts vorgezogen werden (RB 43,3)

Ein Oblate stellt sich die Frage, ob er dem Gebet und der Teilnahme am liturgischen Leben der Gemeinde - der Begegnung mit dem lebendigen Gott in Wort und Sakrament - den ersten Platz einräumen und so dem "Gottesdienst nichts vorziehen" will. Er wird sich auch prüfen, ob er im Vertrauen auf die Hilfe Gottes das Kreuz Christi in die Mitte seines Lebens setzen möchte, d. h. ob er in der Nachfolge seines Meisters Jesus Christus Schmerz, Verzicht, Verlust, Loslösung und alles Widrige im Leben anzunehmen bereit ist.

Der Oblate, die Oblatin

Der Name Oblate stammt vom lateinischen "oblatus", d.h. der Hingegebene, der Aufgeopferte, der Dargebrachte, der An-Gott-Verschenkte. Schon in diesem Namen liegt also ein grundlegendes christliches Programm. Ein solcher Christ ist gerufen, seine Taufgelübde in der Nachfolge Christi bewußt zu leben, um so zur immer volleren Einheit mit Gott zu gelangen, auf daß ER ihm alles in allem werde.

Ihre geistige Heimat

Benediktiner-Oblaten/Oblatinnen gehen den Weg der Nachfolge in bewusster Bindung an ein bestimmtes Kloster und setzten ihrerseits in ihrem jeweiligen Lebensbereich die Sendung des Klosters in die Welt hinein fort. In einem offiziellen kirchlichen Akt bindet sich der Oblate/die Oblatin an die von ihnen gewählte Klostergemeinschaft, an deren Gebet und Auftrag sie in Zukunft teilhaben. Nach Maßgabe ihrer Lebensumstände vollziehen sie einen Teil des kirchlichen oder monastischen Stundengebetes mit. Das Kloster selbst bietet Einkehrtage, regelmäßige Kontakte durch Rundschreiben und eine kontinuierliche geistliche Begleitung an und wird auch seinerseits durch die Verbundenheit mit seinen Oblaten/Oblatinnen auf vielfältige Weise beschenkt.

Wer kann Benediktiner-Oblate/Oblatin werden?

Grundsätzlich besteht dieses Angebot für alle Christen, Männer und Frauen, Verheiratete und Ledige, Priester und Diakone. Die Hinführung zur Oblation erfolgt in verschiedenen Schritten:

  • Kontaktaufnahme mit dem Oblatenrektor/der Oblatenrektorin des entsprechenden Klosters.
  • Aufnahme als Kandidat/Kandidatin durch einen kurzen Ritus und Beginn der Probezeit.
  • Einführung in die Regel und die Grundzüge benediktinischer Spiritualität.
  • Feier der Oblation nach Ablauf der Probezeit.

In einer gottesdienstlichen Feier bringt sich der Oblate/die Oblatin Gott dar und verspricht, als Christ in der Welt "unter der Führung des Evangeliums" und im Geiste der Benediktsregel zu leben. Oblation ist eine persönliche Lebensentscheidung und bedeutet nicht nur die Aufnahme in einen Freundeskreis der Abtei. Die Verbundenheit mit dem Kloster und dessen Gottesdienst bilden Grundlage und Kraftquelle für den Einsatz der Oblaten in Familie, Beruf und Pfarrgemeinde.

Kontakt:
P. Claudius Bals OSB
Erzabtei St. Ottilien
86941 St. Ottilien
claudius@ottilien.de

Termine für die Oblatengemeinschaft

der Erzabtei St. Ottilien

im Jahr 2017

Einkehrtage
15. 01., 12. 02., 12. 03., 09. 04., 18. 06., 16.07. (Benediktusfest),17. 09., 15. 10., 12.11.,
Verlauf der Einkehrtage: 09.15 Uhr Konventamt, 11.00 Uhr geistlicher Vortrag im Exerzitienhaus, 12. 00 Uhr Teilnahme am Mittagsgebet der Mönche, 12.20 Uhr gemeinsames Mittagessen im Exerzitienhaus, Nach dem Essen austauschendes und informatives Gespräch in der Gruppe mit spirituellem Abschluss. Anschließend gemütliches Zusammensein bei Kaffee und Kuchen. Als Kosten wird eine Spende erbeten.
Keine Anmeldung notwendig.

Oblatenwochenende 25. - 28. 05.
Das Oblatenwochenende dient der Pflege der Gemeinschaft und kultureller Information. Auf Wunsch mehrer Mitglieder werden wir in diesem Jahr eine Fahrt zu unserer Filiale Jakobsberg bei Bingen unternehmen. Zur gegebenen Zeit wird ein Reiseplan veröffentlicht, der die Route und den Preis enthält. Anmeldung notwendig

Exerzitien 06. - 10. 12.
Die Exerzitien finden in Schweigen mit Vorträgen, Eucharistiefeier und Teilnahme am Chorgebet der Mönche statt. Sie beginnen am Abend des erstgenannten Tages um 18.30 Uhr und enden mit dem Mittagessen des letztgenannten Tages. Anmeldung notwendig.
Interessenten sind bei allen Veranstaltungen herzlich willkommen, um die Gemeinschaft kennenzulernen.